der Bunker-Kundschafter   

 

Die "NS - Ordensburgen " in Deutschland. Gestern und heute.....

 

                                                                                                                

Dr. Robert Ley über die NS - Ordensburgen  (1937):

Das ziel der Ordensburgen formulierte Ley so: " Wir wollen den Nachwuchs für die zukünftigen Führer unserer Partei sowie die Politischen Leiter, zu ganzen Kerlen erziehen".
I
ch will diese Männer zu "weltanschaulich" eindeutig klar fundierten Nationalsozialisten erziehen, und ich weiß, dass ihre Urteilskraft ungetrübt dem gesunden Menschenverstand entspricht. Von unseren Männern, die wir in unseren Burgen auf einen Neuen Lebensabschnitt „ einschwören“, verlangen wir absolute Gesundheit sowie erbrechtliche klare Aussage. Dabei muß die rassische Eignung den Beweis erbringen, daß der Burganwärter durch seine Arbeit in der Partei und in den Gliederungen Opfer für die Gemeinschaft zu bringen willens ist. Dabei nannte er in seiner politischen Weltanschauung weitere nationalsozialistische Grundformen der Lebenseinstellung zu Volk und Vaterland, die die Kameradschaft und Treue in der Gemeinschaft auf Gedeih und Verderb des einzelnen unbedingt voraussetzt. Der Geldbeutel soll auf unseren Ordensburgen keine Rolle spielen denn, die Männer die auf unsere Burgen einziehen, erhalten alles frei.  Die Erziehung durch Sport soll im Mittelpunkt stehen. Allein in der Namensprägung «Ordensburg» wollte Ley eine vorgebliche historische Traditionen anklingen lassen, wonach dann  die Burgbauten im monumentalen, kollossalen Stil ausgeführt waren. Dieses durch Ley vorgegebene Ziel der Aufgabe des Einzelnen in den Burgen beinhaltete eben nicht die friedliche Erziehung sowie die Ausrichtung auf ein solides, Völkerverständigendes Weltbild. Vielmehr wurden hier " Eliten " herangezogen und auf die Nationalsozialistische Ideologie ausgerichtet.
Bei Beginn des 2. Weltkrieges waren viele dieser "Ordensjunker" gleich am Frontgeschehen mit beteiligt  und hatten dabei hohe Verluste im Kampfeinsatz.  

 

 

Amtssprache : " Ordensjunker "                                                                                                                                                                                                Die politische Ausrichtung in der Erziehung zum politischen Leiter der NSDAP galt dem damaligen Chef der Deutschen Arbeitsfront ( DAF ) und dem späteren Reichsorganisationsleiter der NSDAP Dr. Robert Ley als seine ihm übertragende Aufgabe. Dazu legte er Grundsätze fest, die in einer parteiinternen Broschüre   " Der Weg zur Ordensburg " zu Verfügung stand. Hierin wurde im wesentlichen festgelegt, wie man nach Bewährung in der Partei, im Alter zwischen 25 und 30 Jahren, in zunächst drei, später  vier Jahren, zum Parteiführer ausgebildet werden sollte. Diese Anwärter, die in Krössinsee, Vogelsang und Sonthofen den Weg zur politischen Elitebildung beschritten, wurden als "Ordensjunker "  bezeichnet.

Adolf - Hitler -  Schulen                                                                                                                                                                                                                                                  Am 15.01.1937 wurden, nachdem Hitler persönlich sowie Reichsjugendführer  Baldur v. Schirach und Dr. Robert Ley die Genehmigung erteilten, die AHS gegründet. Als Einheiten der Hitlerjugend ( HJ ) wurden in jedem Deutschen Gau ( 32 ) je eine AHS zugeteilt. Da jedes Gau hierzu noch Gebäude usw. bereitstellen musste begann man mit der Unterbringung von 300 Schüler in der  " NS Ordensburg Krössinsee " / Pommern. Da hier ebenfalls vor der Aufnahme eine Auswahl mit dem vollendeten 12. Lebensjahr statt fand, konnte man bei der  "Qualität" der Jahrgänge sicher sein. Die gesamte Ausbildung war unentgeltlich und führte  zur Reifeprüfung ( Abitur )

 

Kurze Einführung:

Ein  kaum  beachtetes Thema, in den Medien und auch der Öffentlichkeit, sind bis heute die " Ordensburgen ", die im damaligen 3. Reich die Eliteschulen  und Kaderschmieden der NS-Gesellschaft sein sollten. In diesen Schulen sollten die Nachfolger für Staat und Regierung ausgebildet werden. Wie ja bekannt, waren die Ordensburgen ein Projekt des damaligen Reichsministers für Arbeit, Dr. Robert Ley.
1934
hatte er den Bau von drei Ordensburgen in Auftrag gegeben. Die vierte, die Marienburg, im Osten des heutigen Polen sollte eine besondere Aufgabe im Verbund der Ordensburgen erfüllen.
 Da diese das mythische Vorbild des Deutschen Ritterordens in Ostpreußen darstellte, sollte ihr die bedeutendste Aufgabe in der Ausbildung der zukünftigen Junker zufallen. Im heutigen   Malbork  / Polen gelegen, stellt diese Burg noch heute alle anderen  Burg - Bauten in Europa mit ihren ausmaßen in den Schatten.  Hitler und seine NS-Kämpfer sahen in den ,damals vor langer Zeit, die  im Osten kolonisierenden Ritter als Vorkämpfer des kulturell hochstehenden Deutschtums gegen das heidnische Barbarentum der Ostvölker. Doch zur Ausbildung der zukünftigen " Junker " musste diese Burg den Erfordernissen entsprechen und umgebaut werden. Das  konnte  aber nicht mehr erfolgen, weil Hitler die Eroberung von," Lebensraum" im  Osten als wichtiger ansah und einen Weltkrieg entfachte, der alle Völker ins Unglück stürzte.
Die anderen Burgen, in denen jeweils bis zu 1000 Junker  ihre Ausbildung erhalten sollten wurden vor dem Kriegsausbruch systematisch und intensiv ausgebaut.
Als am 24. April 1936, 2 Jahre nach der Grundsteinlegung in einer „Feierlichen Weihe“, Dr. Robert Ley die drei Ordensburgen,  Krössinsee (Pommern), Sonthofen (Allgäu) und Vogelsang (Rheinland) offiziell dem Führer Adolf Hitler  übergab war der Jubel in ganz Deutschland groß. Adolf Hitler war dafür
in " Krössinsee "  persönlich vor Ort. Eine Woche später begannen die ersten 500 Junker, wie die Anwärter genannt wurden, mit ihrer Ausbildung.

Hitler nahm die Arbeit der Ordensburgen sehr ernst wobei er dies durch mehrmalige Besuche in den Ordensburgen bekundete. Mehrmals besuchte er die verschiedenen Ausbildungsstätten und erkundigte sich persönlich bei den "Junkern" über den Ausbildungsstand. Dabei immer  im Gefolge die gesamte Prominenz seiner  Getreuen von Staat und Partei. Die Bewerber  für die Teilnahme an einer vierjährigen Ausbildung in den Ordensburgen hatten ein umfangreiches Eignungsprogramm zu absolvieren um überhaupt aufgenommen zu werden. Dabei war das Alter eines jeden Junker von mindestens  25 Jahre wichtig. Gleichfalls war die völlige Gesundheit das " A + O ", rassisch einwandfreie, im Sinne der Deutschen Kultur vorhandene Dokumente musste der Bewerber erbringen und natürlich dem Staat und der Partei sowie deren Organisationen  in völliger Verbundenheit und mit ganzer persönlicher Kraft positiv gegenüber  stehen bzw. auch angehören. Viele Bewerber waren zu damaliger Zeit arbeitslos und suchten deshalb auf diesem Wege sich eine Zukunft aufzubauen. Deshalb  gehörten die sich bewerbenden jungen Menschen zur oberen Unterschicht bzw. zur unteren Mittelschicht der Gesellschaft, die letztendlich auf diesem Wege Karriere machen wollten. Das sie später als erste "Frontkämpfer" im Krieg, in ihrer Unerfahrenheit verheizt werden sollten ahnten sie zu der Zeit noch nicht. Das Ziel war ganze Kerle zu formen, die in blindem Gehorsam die Weltanschauung der NS - Ideologie weiter führen sollten. 
Ab Kriegsbeginn wurde die Ausbildung auf den Ordensburgen gestoppt. Diese wurden dann umstruktuiert zu sog. " Adolf Hitler " Schulen. Die Junker selbst mussten sich auf den Kriegsschauplätzen bewähren. Ob im Polenfeldzug oder an der Front in Russland sollten sie in erster Reihe dem  Endsieg  entgegen Siegen.
                                                                                                                                                                                                                   

In jeder Ordensburg wurde ein auf das jeweilige Ausbildungsjahr zugeschnittenes Programm durchgesetzt :

Die Ausbildung der " Junker", der neuen Führungsgeneration, sollte in verschiedenen Abschnitten und Orten Menschen im Sinne des Nationalsozialismus formen. So erfolgte die Ausbildung

im 1. Jahr in Vogelsang , heutiges Bundesland Nord-Rheinwestfalen. Hier wurden die Junker in " Rassische Philosophie ", die ja  aus der Sicht der Nationalsozialisten  von immenser Bedeutung war, geschult

Im 2. Jahr der Ausbildung befand man sich in Krössinsee / Pommern , heutiges Polen. Hier stand  Charakterliche Bildung sowie weltanschauliche Didaktik   im Vordergrund. Gleichfalls Körperliche Ertüchtigung sowie " Stählung " des eigenen Körpers wurde den " Junkern " abverlangt.

Im 3. Jahr der Ausbildung ging es nach Bayern. Die Burg Sonthofen, vor einem wunderschönen Bergpanorama in die Landschaft gesetzt sollte zu damaliger Zeit den Abschluss der Junkerausbildung setzen. Das Ziel hieß hier in Verwaltungs. und Militäraufgaben sowie Diplomatischen Ebenen  Kenntnisse zu erlangen.

Im 4. Jahr der Ausbildung sollte die Marienburg, heutiges Marlbuk im Osten  v. Polen, für ein Jahr die Heimat der Junker sein. Umbauarbeiten an der Burg konnten nicht mehr beginnen und der 2. Weltkrieg verhinderten das ein 4 Jähriger Ausbildungsabschnitt der " Junker " fertig geschult werden konnte.

 

1. Ausbildungsjahr ab 01.05.1936  in Vogelsang / Eifel

         Standort " Vogelsang "

Der Kreis Euskirchen mit dem kleinen Ort Vogelsang konnte  sich zu damaliger Zeit unter der NS - Diktatur „rühmen“, mit der Ordensburg  bei Gemünd eine der wenigen Erziehungsstätten für die nationalsozialistische Elite gehabt zu haben.
Hier war das Erziehungsziel, das man damals in einen kurzen Satz interpretierte : „Nationalsozialist im Denken, Glauben, Fühlen und Handeln, der das Geheimnis von Blut und Boden als oberstes Gesetz anerkennt, niemals an sich, immer nur an sein Volk denkt, kurz der Nationalsozialist, wie ihn der Führer verkörpert“ der ist wahrlich ein Nationalsozialist. Eine Formulierung die einen heute erschauern lässt.
Die in der Eifel gelegene Ordensburg Vogelsang verbreitete damit die  rassistische Philosophie der neuen Ordnung, die man ja  wenn nötig, mit Gewalt  aller Herren Länder in Europa überstülpen wollte. Die Ordensburg selbst bzw. die vorhanden  Anlagen entstanden in der Zeit von 1934 bis 1936. In einer großangelegten Feier wurde am 22. September 1934 der Grundstein für die Ordensburg „Vogelsang", das gleichzeitig  Bollwerk des Westens genannt wurde, gelegt. Bei den Feierlichkeiten anwesend war viel Prominenz der NSDAP und anderer Organisationen zugegen. Zu damaliger Zeit waren beim Bau gewaltige Erdbewegungen zu meistern. Für den Turm, den Speiseraum und Kultraum hatte man schon die Grundmauern hochgezogen, Gerüste ragten empor, die zur Feier des Tages unendlich viele Hakenkreuzfahnen trugen. Die Bauleitung lag in den Händen des Architekten Carl F. Liebermann, der sich bei der Grundsteinlegung bereits rühmen konnte, von zehn Wohn- und Schlafhäusern schon zwei unter Dach und Fach zu haben. Der Planer der Ordensburg war Clemens Klotz  aus Köln.  Die heutige noch in vollem Umfange erhaltene ehemalige Ordensburg wird noch bis zum 31.12.2005  von der belgischen Armee mit dazugehörigen riesigen Truppenübungsplatz genutzt. Mit der damaligen Kampflosen Besetzung durch die amerikanischen Truppen am 04.02.1945 war Schluß mit der Nutzung durch die Nazi`s. Nach Kriegsende übernahmen britische Truppen im Jahre 1946 die Burg. Es wurde nun  eine Zeit eingeläutet, die das Gelände rund um Vogelsang und deren Orte  weiter  in  Nutzung durch das Militär erfuhr . Seit 1950 sind  belgische Truppen vor Ort, die eben nun am 31.12.2005 diesen Ort verlassen werden und die Burg wieder unter Deutsche Kontrolle geben. Sicher war dieses Halbe Jahrhundert der Nutzung durch eben dieser Truppen, daß ja nicht lautlos in der Region erfolgte, nicht einfach für die Bevölkerung zu ertragen. Es gibt Stimmen die es einerseits als Glück bezeichnen, daß eben durch die Anwesenheit und Nutzung  der Truppen in der Burg diese so erhalten blieb wie sie ist. Von der Hand zu Weisen ist dieses Argument  nicht, weil eben  in heutiger Zeit vieles aus der Geschichte unseres Deutschlands mit der Abrissbirne beseitigt wird. 
( Siehe Obersalzberg ). Andererseits wollte wohl die Bevölkerung  der gesamten Region endlich Ruhe vor dröhnenden Panzern und ewigen Geschützdonner. "Camp Vogelsang" wie es hieß, hatte eben mehrere Seiten denen man sich nicht verschließen sollte. Jetzt jedenfalls, ab dem 01.01.2006 soll dieses gesamte Gebiet ein großes Naturschutzgebiet als Projekt " Nationalpark Eifel " ausgestaltet werden.
Ein Besuch in der Region sollte mit dem Besuch auf der "Burg Vogelsang" verbunden werden.

 

                                                                                                                                        2006

Da ich jetzt den Besuch auf der "Burg Vogelsang" durchführen konnte war ich doch enttäuscht wie man hier Besucher, die wie ich doch eine Weite Anfahrt hatten, die Möglichkeit gibt, die Burganlage zu besichtigen. Vieles ist abgesperrt und kann aus Bautechnischen Gründen nicht betreten werden. Der Hangrundgang ist nicht möglich weil eben " Gefahr " droht. Der Turm ist auch nur von außen zu besichtigen weil im inneren der Übergang zum eigentlichen Zugang wohl fehlt bzw. bautechnisch gesperrt ist. Es scheinen doch allerhand an Restaurierungsarbeiten notwendig zu sein um hier für die Öffentlichkeit gute Besichtigungsbedingungen zu schaffen. Das Informationscenter war recht interessant. Doch insgesamt fand ich die Information zur Burganlage " zu dürftig ". Das ist jedenfalls meine Meinung. Vielleicht ändert sich dies in einiger Zeit!

 

 

   
 
Vogelsang MP3
 

    Einfahrt von der B266             Eingangstordurchfahrt               rechter Seitenturm                    linker Seitenturm                          Fackelträger     

                                                                                                                                                Adlerplatz                                                  Oberhalb der Anlage
 

 

             ehemals gepflanzter Waldbereich ( Adler )                  ..heutiger Waldbestand
  

 

Die längsten Gebäude Deutschlands, das Seebad Prora für Robert Ley`s  Deutsche Arbeitsfront  " Kraft durch Freude "     

Am 30. Juli 1935 verkaufte Malte von Veltheim, Fürst zu Putbus, einen 7 Kilometer langen Küstenstreifen, welcher sich in der unmittelbaren Nachbarschaft zur Ortslage Prora zwischen Neumukran und Binz befand, an die NS - Organisation  „Deutsche Arbeitsfront“ (DAF). Im gleichen Monat kündigte diese die Errichtung von fünf     KdF - Seebädern (u.a. am Timmendorfer Strand, in Prora, Kolberg und Cranz) in bislang beispielloser Größe an der deutschen Ostseeküste an. Das erste und letztlich einzige sollte schließlich in Prora / Rügen als „KdF - Seebad “ entstehen. Seit dem Frühjahr 1935 beschäftigte sich der Kölner Architekt Clemens Klotz , unterstützt von ca. 40 Mitarbeitern seiner Büros in Köln und München, mit den Entwurfsarbeiten dieses gigantischen Projektes.
Der Gebäudekomplex für das „KdF - Seebades “ sah einen Gebäudekomplex von 4,5 Kilometern Länge vor, welcher in der Form eines leichten Kreisbogens dem Strandverlauf angepasst war. Hier sollten 20000 Urlauber in acht baugleichen, je einen halben Kilometer langen Hotelblöcken wohnen. Die Urlaubsanlage selbst war symmetrisch in einen Süd  und in einen Nordteil mit einer zusammenhängenden Gebäudelänge von jeweils 2,2 Kilometern geteilt. Verbindendes Element der beiden Baukörper war ein Wandelgang, in sagenhafter Ausdehnung. Den Mittelpunkt der gesamten Anlage sollte ein zentraler Platz mit einer Festhalle nach den Plänen des Architekten Erich zu Putlitz  bilden. Dieser kam zum Zuge weil im nachträglich durchgeführten Ausschreibungsverfahren zwar Clement Klotz trotzdem desn Bauauftrag erhielt aber Hitler persönlich sich für diese Festhalle von Putlitz einsetzte. Zusätzlich  wurde diese allerdings in der Planung von 1939 zugunsten eines freien Platzes mit begrenzenden Arkadengängen geändert. Untere Bilder zeigen die gewaltigen Ausmaße des gesamten komplexes. heute steht alles leer bzw. lediglich einige kleine Teilbereiche sind vermietet.

 

Die unteren Bilder sind aktuell vom 19.02.2006 ( das Datum einiger Bilder sind auf Grund der Kameraeinstellung nicht OK )

                       1                                                      2                                               3                                                    4                                                 5

                        6                                                   7                                                   8                                                   9                                                  10

 

1 + 2 : Ansicht zum Standort an der Küste zwischen Binz u. Mukran, dem Fährhafen zu den Baltischen Staaten

4 : An der Kaimauer, die heute noch halbwegs erhalten ist war geplant Schiffe aller Größen anfahren zu lassen. Ein großer Festplatz war vom Strand aus über noch heute sehr gut erhaltene Treppen zu erreichen.

3, 5, + 6  : Ansicht zu den in Längsrichtung gebauten Blöcken. Alles in Handarbeit, Stein auf Stein gemauert mit tausenden Fenstern. Damals schon bedacht den Regeneinlauf über die Dachkante nach innen zu führen. Zu DDR Zeiten dann verändert nach außen. Das sieht auch dadurch " furchtbar " aus.          

7 : Hier sollte die große Festhalle ein zentrales Objekt bilden. Heute noch zu sehen, wie der Bereich geplant wurde. 2 Säulen im geplanten Eingangsbereich sind noch gut zu sehen. Selbst das Dach ist nach über 60 Jahre noch OK. Beton gab es wohl eine ganze Menge.

8 + 9 : Treppenhäuser bildeten in Bezug der Blöcke gleichsam unendliche Länge. Heute zum teil schon vom Zahn der Zeit geschunden wird neu versucht einige Bereiche dieser kollossalen Anlage Leben zu geben. Museen u. andere Läden sind wohl erst der Anfang.

10 : Einziger, fertiggestellter und noch erhaltener Rundbau der gesamten Anlage. Als Cafe und Kleinkunstbühne geplant, wird dieser Bau heute durch eine Diskothek genutzt.

 

 

 

1. Ausbildungslehrgang auf Krössinsee / Falkenburg ab 17.10.1937 

           

   Fahrt zur Burg / MP3             Crössinsee/MP3
                 

Erster Kommandant der " Ordensburg Krössinsee " wurde am 17.05.1934  Paul Eckardt, späterer Regierungspräsident von Schneidemühl. Nachfolger von Eckardt, der Übernahmetag ist nicht bekannt, wurde dann Otto Gohdes. Sicher ist nur das der  Kommandantenwechsel  zur Einweihung der Burg 1936 abgeschlossen war. Auf ihn ist es wahrscheinlich zurückzuführen das in der Nähe der Stadt Falkenburg, die mit 7000 Einwohnern zu damaliger  recht bedeutend war,  eine " Ordensburg " gebaut wurde. Seine Anstellung im staatlichen Forstbetrieb sowie später als Ortsgruppenleiter in Falkenburg hatte erheblichen Einfluss auf diese Entscheidung. Ab 1933 im Preußischen Landtag gewählt und im gleichen Jahr die Übernahme der Position als Reichsschulungsleiter der NSDAP und der Deutschen Arbeitsfront zeigten einen steilen Karriereweg. Hier im  ersten Jahr  der Ausbildung stand die  Herausbildung der  Charakterlichen Eigenschaften  der " Junker - Schüler " im Vordergrund. Der erste Lehrgang begann mit der Ausbildung von 500 Handverlesenen Junkern unmittelbar nach der Einweihung der Burg. Die zukünftigen " Führer " des Volkes  wurden in  körperlicher Ertüchtigung sowie Kampfsport, charakterliche Bildung  und in weltanschauliche Ansichten  ausgebildet. Hier sollten sie in der  Härte der Ausbildung als zukünftige Kämpfer, treu  dem Führer und der Partei zu sein, und höchste Entschlossenheitsmerkmale erlernen. Zurückweichen sollte ohne wenn und aber im Kampfe nicht in Frage kommen. Aus Krössinsee selbst ist leider an Tatsachenberichten wenig zu erfahren.
Die Ordensburg selbst ist heute eine polnische Kaserne, die sich nach außen hin abriegelt. Stacheldraht und Verbotsschilder stehen an der Zufahrt um Neugierige  abzuschrecken. Bilder dort direkt vor Ort zu machen ist "Recht gefährlich". Dies war nur aus entsprechender weiter Entfernung möglich. Ein wichtiges Ereignis im " Burggeschehen war die am 19.04.1937 in  Krössinsee ins Leben gerufenen  10 Adolf Hitler - Schulen. Die Namen der Schulen wurden ab 1938 nach den "Gauen" des Reiches benannt. Ziel war es in jedem Gau des Reiches eine AH - Schule am jeweiligen ausgesuchten Standort zu haben.  Als nach den großen Ferien
im Jahre 1937, der Reichsparteitag im September  in Nürnberg  beendet wurde, siedelten alle in Krössinsee beheimateten AH - Schulen nach Sonthofen über. Grund dafür war wohl die noch nicht fertige Organisation in den Schulungsabläufen. Dabei sollten wohl erst Grundstrukturen Wachsen wofür  der Standort  Sonthofen bessere Vorraussetzung hatte als Krössinsee.

 

3. Ausbildungsjahr der Junker in der Ordensburg  Sonthofen / Allgäu

                                                                        

                                                                                                                                  

Diese  Ordensburg im Allgäu ist als Bauobjekt " Mitten  auf der Grünen Wiese ", vor einem grandiosen Alpenpanorama, daß in nicht allzu großer Ferne die Blicke auf sich zieht, errichtet worden. Auch für diese  " Burg "  hatte der Initiator  Dr. Robert Ley, dem als  Reichsorganisationsleiter der DAF diese Bauprojekte unterstanden, die Bauhoheit.  So wurde die Ordensburg Sonthofen 1934 bis 1936 gebaut. Robert Ley sagte, wo diese Burgen stehen da war vorher nichts war.
Dem genialen Architekten der Ordensburg Sonthofen, Herrmann Giesler, wurden in der Planung sowie Ausführung beim Bau der Gebäude keine Grenzen gesetzt. So konnte er aus dem vollen schöpfen. Materialien in allerbester Güte sollten einmal 1000 Ordensjunker Platz und Komfort in den Kameradschaftshäusern bieten. Hier hat " Dr. Ley " seinen Baugigantismus voll ausleben können. Mehrmals wurden die Baupläne geändert, die schon fertigen Bauten noch zusätzlich mit neuen Einbauten versehen oder manchmal eben sogar komplett abgerissen und dann wieder neu aufgebaut. Alles war möglich.  Das spätere Nutzungskonzept der Burg war aus  Sicht von "Robert Ley" noch nicht voll ausgereift.
Zu damaliger Zeit  bestimmte nicht die vorgesehene  Ausbildung von  "Parteiführern "   das Leben auf der Burg, wie sie nur kurz auch heute noch genannt wird, sondern die Schüler der "Adolf Hitlerschulen "  haben hier den Tagesablauf bestimmt. Diese kamen, wie schon im oberen Teil erwähnt, von der Ordensburg
" Krössinsee" ,
nach dem diese beim Abschluß des Reichsparteitages im Sept. 1937 in Nürnberg vor Ort waren, von dort direkt nach Sonthofen.
Als die Burg bei Kriegsende 1945 durch französische Truppen besetzt wurde sind diese  schon nach kurzer Zeit  im Juli 1945, von amerikanischen Truppen abgelöst worden.
Nur ihnen haben wir es zu verdanken das die Burg mit ihren Orginal - Gegenständen sowie Möbeln heute noch so gut ausgestattet ist . Sie blieben länger und richteten hier eine Schule für " besondere Ordnungstruppen " der Militärpolizei ein. Diese sollten dann als Unterstützung der etablierten  Militärpolizei fungieren. Im Herbst 1952 zogen die Amerikanischen  Truppen aus der ehemaligen Ordensburg Sonthofen ab. Bis Ende 1955 wurde das Gelände der Burg zu Schulungen verschiedenster Art genutzt.  Die gesamte Anlage steht heute unter Denkmalschutz und wird  durch die Bundeswehr genutzt. Vieles an damaliger Handwerklicher Baukunst ist noch heute in den Räumen in Form von Schnitzwerk an den Stützbalken oder den aufwändig gestalteten Decken vorhanden. Nur bestimmte nationalsozialistische Schnitzereien wurden entfernt. Diese konnte man trotz Denkmalschutz nicht " erdulden ". Am 15.01.1956 wurde,  nach dem man in den zurückliegenden Jahren in der Anlage Lehrgänge der Dienststelle " Blank " durchgeführt hatte, die der  Vorläufer des heutigen Bundesverteidigungsministeriums war, durch die Bundeswehr das gesamte Areal übernommen und in
General Oberst - Ludwig  Beck - Kaserne umbenannt. 
Dabei standen vor allem Lehrgänge in der Thematik:            - Generalstab
- Lehrgänge für Innere Führung
- Europäische Lehrgänge
- Lazarett und Kur-Lazarett
- Sportschule
- Sprachenschulen

 

 

 

im Vordergrund. Dabei war es wichtig, das sich die Inbetriebnahme der ehemaligen Ordensburg ständig, auch in nachfolgender Zeit genutzt wird. So fand im Neuen Deutschland unter demokratischer Rechtsstaatlichkeit eine Neue Armee hier ihren Anfang. Sonthofen war damit die Wiege der heutigen Bundeswehr.

 

Bilder der ehemaligen " Ordensburg "  Sonthofen

 

 

      Wappenzimmer                  Ehrenhalle der Burg             Sportschule der Bundeswehr       Haus 6, mit Balkon.....         Aussicht vom   Turm   ( 1 )

    

    Aussicht vom  Turm  ( 2 )        Durchfahrt des Turmes....     Turm, Empfangsgebäude                               ehemals  Junker - Haus

                                                                           !Europas Grösste Kassettendecke!
 Wandelhalle, alles Orginal                                     Speisesaal : 109 x 16 m                               Kassettendecke im Teesaal         Landsknechtzimmer / Bilder

           

   Der Sonnenhof der Burg         Sonnenhof mit Freitreppe             Aus anderer Sicht                 Arkadengang mit Lehrgangsdiplomen      ....man beachte die Decke...

 Musiksaal / Vortragssaal        Kapelle, heute im Turm          Damaliges Eingangstor                Heutiger Eingang              Standort der Heizungsanlg.

                                 In den Kellergängen zu der alten Heizungsanlage unter d. Turm                                         Kreuzgewölbe im Turm              Kameradenhaus             

 

                                                                                       
                                                                             " Götz von Berlichingen " .

Die beiden kleinen Bilder sind Nahaufnahmen der "Landsknechte", und wurden mir freundlicherweise von H. Happel aus Sonthofen zur Verfügung gestellt.

 

Diese Bilder sind eine Einmaligkeit, die ich am Tag des Denkmals in Deutschland machte. So konnte ich mich ungezwungen auf dem gesamten Gelände der Ordensburg bewegen. Besonders interessant waren die durch kompetente Soldaten der Bundeswehr durchgeführten Führungen durch die Gebäude und sogar durch die unterirdischen Einrichtungen der Burg. Auf Grund der Ausmaße der gesamten Anlage ist die gesamte Infrastruktur ( Heizung, Wasser , Abwasser, Strom, ) mit einer mittleren Kleinstadt zu vergleichen. Imposant die Gebäude, besonders der Turm, der mit 42 Metern  Höhe eine eindrucksvolle Aussicht über die Gesamtanlage der Burg ermöglicht. Dieser Turm, auch " Palas " genannt, war ein wichtiges Bauwerk innerhalb der Burg. 
Noch heute beeindruckend die Form der Bauweise sämtlicher Geländer, wo massiv Stahl verbaut wurde. Gleichsam beeindruckend, die Kreuzgewölbe, die geschaffen wurden. Geplant wurde im   Turm gleichfalls  der Einbau imposanter Glocken , die in ihrer Tonart verschiedene Melodien damaliger Lieder des NS-Regimes spielen sollten. Die Glocken wurden am 9.10.1937 angeliefert. 13 in der Anzahl, aus Bronze gegossen, mit dem Hoheitszeichen der NSDAP gekennzeichnet und jede einzelne mit dem Namen, Geburtstag und Sterbetag eines Gefallenen des sog. " Blutsonntages " an der Feldherrenhalle in München versehen. Diese Namen sollten in ewigen Gedenken an des " Führers " Kameraden unvergesslich bleiben. Später sollten noch vier weitere Großglocken dazu kommen, wobei die schwerste 188 Zentner wiegen sollte. Mehrmals am Tag sollte das Glockenspiel dann weithin  einige "Kampflieder" des Regimes in die Landschaft klingen lassen. Die Glocken wurden aber dann 1942 wieder ausgebaut und der allgemeinen Materialverwendung zur Rüstungsproduktion zugeführt. In allen Bauphasen war der Reichsorganisationsleiter Dr. Robert Ley federführend. Sein Bezirksbaumeister von Sonthofen, Hermann Giesler hat das verwirklicht was imposanter nicht hätte getan werden können. So ist in einem Gebäude der Speisesaal untergebracht, der noch heute mit 109m Länge sowie 16m Breite für jeden Besucher beeindruckend ist. Der Raum ist mit der größten bekannten freitragenden Holzkassettendecke in Europa ausgestattet.
Ein weiteres interessantes Gebäude ist das Offizierskasino mit seinem  sog. "Landsknechtzimmer ". Dieser Raum ist vollends mit Holz ausgestaltet. Starke Deckenbalken sowie Wandtäfelungen geben einen rustikalen Eindruck, der eben beeindruckend  ist .
Die Jahrzehnte ließen das Holz trocken das man beim betreten des Raumes schon im Fußboden sein Alter durch das" Knarren " der Dielung  bemerkt. Die Bundeswehr pflegt und hegt diese Räume, die selbst auch die Soldaten immer wieder Bewunderung abringen. An der Wand, gegenüber der Bar, sind dann die auf Holz dargestellten Landsknechte mit dem beeindruckenden " Götz von Berlichingen " verewigt. Die Farben sind schon ein wenig verblasst aber eine tolle handwerkliche Leistung von Franz Weiß aus Kempten im Allgäu.
Die oberen Bilder zeigen diese Holztafeln. Gleichsam imposant war ein Durchgang durch die Kellergewölbe eines Teiles der Heutigen Kaserne. Kellegänge, in denen die gesamte Infrastruktur ( Wasser, Abwasser, elektro u. sonstiges ) untergebracht war konnte man bestaunen.
Nach 70 Jahren erfüllen sämtliche Rohrleitungen noch heute ihren Dienst. Eine Neue Heizungsanlage, die eine mittlere Kleinstadt versorgen könnte hält für die gesamte Anlage die Wärmeversorgung vor. 20000 Ltr. Heizöl am Tag sind bei winterlichen Temperaturen das "Limit". Die alte Heizungsanlage , im Keller des Turmes, erfüllt nur noch Verbindungsfunktionen. Die gesamte Anlage der heutigen Kaserne ist in besten baulichen Zustand. Bewundernswert sind die vielen Orginalen Einrichtungen und Gegenstände, die die Wirren der Zeit überstanden haben. So viel mir auch im Turm, den ich natürlich bis ins letzte Obergeschoss besichtigte, der Aufbau des Treppenhauses auf. Breite Treppenstufen sowie ein geschmiedetes Geländer, was von der Materialstärke wohl insgesamt etlichen Tonnen wiegen dürfte. Eine handwerkliche Meisterleistung der Baumeister zu jener Zeit die heute nur  mit finanzieller "Großmut" erreicht werden könnte.
Im Zwischenstockwerk 2 ist heute eine Kapelle für Religiöse Zwecke eingerichtet. Weiter, ganz oben angelangt, befindet sich hier ein optimaler Sportraum. Hier wird Selbstverteidigung in Form von Judo, Karate usw. gelehrt. Die Ausstattung mit Matten und anderen Gerätschaften war für mich sensationell. Gleichzeitig hat  man hat man eine "tolle"  Aussicht über das gesamte Gelände sowie nach Sonthofen hinein. Auch das Umfeld  innerhalb der Anlage so erhalten wie damals zur Eröffnung der Anlage. Vorhandene Nationalsozialistische Symbolträchtigkeit hat man, da wo es unbedingt erforderlich war, entfernt. Eigentlich schade. Denn hier, wo doch demokratische Strukturen gelehrt werden , sollten doch die Jungen Soldaten und Offiziere, die eben hier ihre Ausbildung absolvieren, widerstandsfähig in Bezug dieser Symbole sein.
Der Tag, der durch unsere Soldaten der Bundeswehr   im Zuge des Tages des Denkmals ausgerichtet wurde war eine gelungene Veranstaltung. Ein Denkmal, was sonst für " Normalbürger"  nur beschränkt  zugänglich ist, wurde damit  wieder ins Rampenlicht der Öffentlichkeit geführt.
Glückwunsch und Danke für diese Zuvorkommenheit.  Zusätzlichen Dank an
Hauptmann H. Happel, bei dem ich an eine der vielen angebotenen Führungen  teilgenommen habe. Auch sein Buch " Die Allgäuer Ordensburg Sonthofen " ist ein gelungenes geschichtliches Werk, das dazu beitragen wird, Geschichtliche  Zusammenhänge  der Ordensburg besser erkennen und bewerten zu können. 


General Oberst - Ludwig  Beck - Kaserne  /  Neue Information
Die Verlegung der Feldjägerausbildung aus dem Standort Sonthofen ist beschlossene Sache. Die Verlegung nach Hannover mit dem Zieldatum 01.09.2009 sowie der  Beginn des vollständigen Schulbetriebes in der Emmich - Cambrai- Kaserne  ist durchzusetzen.

 

Junkerschulen , geführt durch eine in Nürnberg gebrandmarkte Organisation

Ein ebenso gleichwertiges Element zur Elitären Ausbildung im dritten Reich waren die Junkerschulen des Reichsführers Heinrich Himmler. Diese Schulen, davon gab es unter dem Befehlsstand von Heinrich Himmler  2 Ausbildungsstätten. Eine wurde in Braunschweig, die weitere in Bad Tölz eingerichtet. Genauso wie in den Ordensburgen wurden in den Ausbildungsstätten  von Himmlers SS - Junkerschulen  Höchstleistungen von den Schülern abverlangt. So beäugten z. B. die Amerikaner bei ihren Vormarsch in Richtung Berlin, die Junkerschule in Bad Tölz mit gemischten gefühlen. Auf Grund der Vermutung, daß sich imense Streitkräfte des Deutschen Heeres in die vermutete Alpenfestung zurück ziehen wollten, war man der Ansicht, daß sich hier der letzte geschulte Lehrgang von fanatischen Junkern in den Kampf wirft. Man erwartete gerade hier einen harten Widerstand der nur mit erhöhten Verlusten zu brechen war. Die Waffen-SS war für den Einsatz im Bürgerkrieg ausgebildet und wurde später an die  Fronten  verlegt, um dort unter dem Oberbefehl der Wehrmacht an den Kämpfen teilzunehmen. Ihre Mitglieder verstanden sich als "politische Soldaten", d.h. nicht nur als Kämpfer, sondern auch als fanatische Träger der nationalsozialistischen Weltanschauung und als soldatische Elite. Im Lauf des Krieges wuchs die Waffen-SS zu einem multinationalen Korps heran. Im Juni 1941 zählte sie etwa 165 000 Mann, bis April 1945 war sie auf fast 800 000 Mann herangewachsen. Die Konkurrenzsituation zur Wehrmacht bei der Rekrutierung und die Kriegslage führten dazu, dass zunehmend "Volksdeutsche" und ausländische Freiwillige in die Waffen-SS aufgenommen wurden. Rekrutierungsnotwendigkeiten bedingten auch ein Abrücken von der vormals geforderten "Reinrassigkeit" der SS-Angehörigen. Zudem wurde die Zwangsrekrutierung eingesetzt. Die aktiven Verbände der Waffen-SS kämpften im Rahmen des Heeres. Sie wurden neben speziell gebildeten SS-Einsatzgruppen sowie einzelnen SS-Brigaden zum Teil aber auch zu verbrecherischen Sonderaktionen eingesetzt. Dies führte dann auch dazu, daß man in der  Charta des Internationalen Militärgerichtshofs von Nürnberg  die SS mit ihren Abteilungen (Waffen-SS, Gestapo, SD, Allgemeine SS und Totenkopfverbände), unter Ausnahme der Reiter - SS, zu verbrecherischen Organisationen erklärt hat. Ja selbst die Partei, aus der ja das Unheil über Deutschland und die Welt seinen Lauf nahm, wurde zur verbrecherischen Organisation verurteilt.

 

 

Ehemalige SS - Junkerschule Bad Tölz

Die Junkerschule Bad Tölz war in Ausbildung sowie Schulung der "Neuen" politischen Soldaten  identisch orientiert wie die Junkerschule in Braunschweig. Nachdem 1945 die ehemalige Junkerschule unter Amerikanischer Besatzung kam,  um ihren Stab bzw. Teile der 1. US - Infantriedivision  unterzubringen, hat sich jetzt nach deren Abzug ( 1991 ) allerhand auf dem Gelände und den bestehenden Bauten der ehemaligen Kaserne getan. So wurde das gesamte Arial mit samt seinen Gebäuden einer zivilen Nutzung zugeführt. Das auf der sog. "Flinthöhe"  gelegene Objekt entwickelte sich zu einer kleinen Dienstleistungsstadt. Der Sitz des Landkreises , dass Finanzamt usw.  sowie ein im Zentrum liegendes " Forum der Generationen ", dass als wissenschaftliches Forum die Altersforschung voranbringen soll haben hier ihren Standort . Die Gebäude wurden allesamt neu rekonstruiert und entsprechend des jeweiligen Nutzungskonzepts der Mieter hergerichtet. Wie zu erkennen ist wurde dem Eingangsbereich der Tordurchfahrt, der früher ja durch einen  markanten Torbogen die Gebäude beiderseits verband, entfernt. Der gesamte Bereich der Anlage wurde dem heutigen Nutzungskonzept der politischen Stadtverwaltung sowie den wirtschaftlichen Interessen der ansässigen Unternehmer unterworfen.
Einiges wurde auch Denkmalsgerecht erhalten. Die unteren Bilder zeigen einen Kleinen Ausschnitt des heutigen Zustandes. Die beiden Eingangstürme stehen noch, allerdings ohne die Durchgangsbrücke. Diese wurde bei der Gesamtsanierung des Gebäudes  abgerissen um nicht an "alte" Zeiten zu erinnern.

 

              

 

  

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